Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft

Thüringen

 Thüringen
15. März 2026

Strategieworkshop des DStG-Bundesbüros in Berlin

Ort: dbb forum berlin, Friedrichstraße 169, Berlin

Datum: 04.–05. März 2026

Ausrichter: DStG-Bundesbüro

Teilnehmer: Vertreterinnen und Vertreter aller 16 Bundesländer

Thema: Strategische Zukunftsausrichtung der DStG

Anreise: Deutschland auf Sparflamme

Die Dienstreise begann am 4. März 2026 mit der Abfahrt aus Erfurt Richtung Berlin – ein Vorhaben, das im deutschen Bahnverkehr stets eine gewisse Portion Optimismus erfordert.

Viele Zugverbindungen fielen an diesem Tag aufgrund von Betriebsstörungen ersatzlos aus. Glücklicherweise hielt die gebuchte Verbindung stand – ein erster kleiner strategischer Erfolg noch vor Beginn des Workshops.

Am Berliner Hauptbahnhof wartete gleich die nächste Herausforderung: Sämtliche Rolltreppen im Gebäude hatten offenbar kollektiv beschlossen, eine Pause einzulegen. Für jemanden, der sich beruflich mit der Modernisierung der Verwaltung beschäftigt, war das ein unfreiwilliger, aber einprägsamer Auftakt.

Merke: Der öffentliche Dienst kennt seine eigenen Herausforderungen – und manchmal beginnen sie schon am Bahnhof.

Tag 1: Problemlagen analysieren

Nach der Ankunft im dbb forum berlin begrüßte das DStG-Bundesbüro Vertreterinnen und Vertreter aus allen 16 Bundesländern zum Strategieworkshop. Auch Thüringen war selbstverständlich vertreten – schließlich stehen wir bei bundesweiten Strategiefragen nicht gern hintenan.

Warum dieser Workshop?

Die Ausgangslage ist klar: Technische Neuerungen und strukturelle Veränderungen in der öffentlichen Verwaltung bringen neue Aufgaben mit sich, auf die sich die DStG als Gewerkschaft vorbereiten muss. Digitalisierung, KI-Einsatz, Verwaltungsreformen. Das sind keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr, sondern Realität, die die Kolleginnen und Kollegen bereits heute im Alltag spüren.

Ehrliche Analyse statt Schönfärberei

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Analyse. Gemeinsam wurde diskutiert:

  • Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen?
  • Welche Entwicklungen zeichnen sich in der Verwaltung ab?
  • Wo besteht gewerkschaftlicher Handlungsbedarf?

Die Diskussionen waren offen, ehrlich und konstruktiv. Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bundesländern brachten ihre Erfahrungen ein – und schnell zeigte sich: Viele Probleme sind bundesweit ähnlich.

Der Abend: Sushi und ein Blick in die Zukunft

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein gemeinsames Abendessen. Kulinarisch ging es dabei überraschend international zu: Es gab Sushi. Dazu gekühlte Getränke und einen Impulsvortrag von DStG-Bundesvorsitzendem Florian Köbler zu den neuesten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Sein Vortrag machte deutlich, dass KI kein Hype mehr ist, sondern bereits heute konkrete Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Aufgaben im öffentlichen Dienst hat. Ein Thema, das uns als Gewerkschaft unmittelbar angeht.

Tag 2: Von der Analyse zur Strategie

Am zweiten Workshop-Tag ging es darum, aus der Analyse konkrete Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln.

In Arbeitsgruppen und Diskussionen wurden unter anderem folgende Themen vertieft:

  • Umgang mit KI und Digitalisierung im öffentlichen Dienst – Chancen, Risiken, gewerkschaftliche Positionierung
  • Strukturelle Veränderungen in der Verwaltung und deren Folgen für Beschäftigte
  • Neue Anforderungen an die gewerkschaftliche Arbeit: Kommunikation, Mitgliedergewinnung, Sichtbarkeit
  • Stärkere Vernetzung zwischen Bundes- und Landesebene

Die Diskussionen waren lebendig, kritisch und zugleich lösungsorientiert. Am Ende stand ein umfangreiches Paket an Ideen und Ansätzen für die zukünftige strategische Ausrichtung der DStG.

Fazit: Was wir aus Berlin mitnehmen

Der Strategieworkshop hat gezeigt:
Die DStG denkt aktiv über ihre Zukunft nach.

Die Herausforderungen sind groß – von Digitalisierung über KI bis hin zu strukturellen Veränderungen in der Verwaltung. Gleichzeitig gibt es viele engagierte Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, diese Entwicklungen mitzugestalten.

Der entscheidende Satz des Workshops und vielleicht das wichtigste Fazit, das ich aus Berlin mitgebracht habe, außer einer Reisekostenabrechnung:

„Besser als ‚Ich habe eine Idee, macht das mal‘ ist immer:
‚Ich habe eine Idee – könnt ihr mir helfen, sie umzusetzen?‘.“

Dieser Geist der gemeinsamen Gestaltung ist es, der eine Gewerkschaft stark macht. Nicht das Delegieren nach oben, sondern das gemeinsame Anpacken. Das gilt für die Bundesebene genauso wie für uns hier in Thüringen.

Silvio Tukai
DStG Thüringen – Ortsverband Erfurt
März 2026